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Berlin, das Strich an Freuden kurfürstenstraße

Wegen des Coronavirus' gilt das Sexkaufverbot in Berlin bis mindestens Anfang Juli. Sogar ein generelles Prostitutionsverbot wird diskutiert. Gearbeitet wird trotzdem, denn viele Frauen fallen bei den Hilfsangeboten durchs Raster.


Damsel-Ehefrauen Jessie.

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Gelegentlich hält eines an, nach kurzer Verhandlung am Autofenster steigt eine der Frauen ein. Es scheint, als spiele das coronabedingte Verbot der Prostitution hier keine Rolle.

Shoshanna
Alter: ich bin 37 Jahre alt

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Der Corona-Lockdown schränkte seit Herbst viele Branchen und Berufe ein. Für die Sexarbeit galt laut Infektionsschutzverordnung ein umfassendes Verbot. Es war untersagt, sexuelle Dienstleistungen mit Körperkontakt sowie erotische Massagen anzubieten oder in Anspruch zu nehmen.

Damit gehört Berlin zu den neun Bundesländern, in denen sexuelle Dienstleistungen unter bestimmten Bedingungen wieder erlaubt sind, wie einer Auflistung des Bundesverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen zu entnehmen ist. Vereine und Beratungsstellen für Sexarbeitende in Berlin sind über die ersten Öffnungsschritte froh, vor allem darüber, dass die Branche von Anfang an mitgedacht wurde.

Smart Berlin bietet anonyme und kostenlose Beratungen. Der Lockdown hatte unterschiedliche Auswirkungen auf die Klienten seiner Beratungsstelle, je nachdem, ob die Sexarbeit Haupt- oder Nebentätigkeit ist. Das bedeutete für einige auch, illegal weiterzuarbeiten. Wer als Solo-Selbständiger gemeldet ist, konnte etwa die Corona-Hilfspakete beantragen, sowie Sozialleistungen wie Hartz IV. Kostenlos anmelden: leute.

Stand Juni verfügen in Berlin knapp Sexarbeitende über eine gültige Anmeldebescheinigung, meldet der Senat. Was den Betrieb von Prostitutionsstätten oder -vermittlung betrifft, zählt die Senatsverwaltung bislang knapp Anträge. Doch die Schätzungen, wie viele Menschen im Gewerbe arbeiten, gehen weit darüber hinaus.

Berlin-schöneberg

Olga ist Treffpunkt und Beratungsstelle für Frauen, die auf dem Strich arbeiten, viele von ihnen kommen aus Osteuropa. Manche von ihnen sind während des Lockdowns zurück in ihre Heimatländer gegangen, andere haben versucht, Hartz IV zu beantragen, berichtet Lonneke Schmidt-Bink, Leiterin des Treffpunkts. In der schwierigen Situation konnten die Frauen bei Olga Sozialberatung und medizinische Versorgung erhalten sowie eine warme Mahlzeit, Hygieneartikel und Klamotten.

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Beraterin Schmidt-Bink wünscht sich für ihre Klientinnen einen einfacheren Zugang zu Grundsicherungsleistungen, die Anspruch auf Krankenversicherung oder Unterkünfte in Obdachlosenheimen bieten. Es gibt Sexarbeitende, die der Registrierung durch das ProstSchG aus unterschiedlichen Gründen nicht nachgekommen sind. Berufsverbände kritisieren etwa die mangelnde Anonymitätdie ein Registrierungsverfahren mit sich bringt.

Hier kostenlos anmelden ]. Solange körpernahe Dienstleistungen nicht möglich waren, sind viele Sexarbeitende auf Plattformen und Portale im Internet umgestiegen. Aber auch die Arbeit im Netz ist nicht unproblematisch: die Plattformen verlangen von den Nutzer:innen hohe Gebühren, zudem muss die technische Ausstattung da sein, ein Zimmer, das man nutzen kann, gutes Licht.

Dazu gehört unter anderem der Ausbau der Sozialhilfe, psychologische und gesundheitliche Beratung. Einiges konnte jedoch während des Lockdowns sowohl bei Hydra als auch bei Smart Berlin umgesetzt werden: Videos und Internetkampagnen informieren über die Bedingungen von Sexarbeit.

Sie sollen das Stigma bekämpfen, das dieser Branche noch immer anhaftet. Denn zu guten Arbeitsbedingungen gehört auch Akzeptanz. Der Tagesspiegel Berlin Lockerungen in Berlin: Viele Sexarbeitende haben in der Coronakrise keinen Zugang zu Hilfen.

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